#SOS #SaveOurSommerfestival

Liebste Festivalist*innen,

nun ist es seit ein paar Tagen also offiziell: Nach einem Beschluss von Bund und Ländern bleiben Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 untersagt. Das heißt leider auch, dass das AStA-Sommerfestival am 4. Juni nicht stattfinden wird. Wir haben nun die notwendigen Konsequenzen gezogen und wollen uns vorab bei denen bedanken, die in den letzten Tagen Geduld bewiesen und uns erlaubt haben, mit der notwendigen Ruhe und Umsicht auf die Situation zu reagieren.

Wir sind zuallererst traurig. Traurig, weil wir seit Oktober intensiv am AStA-Sommerfestival gearbeitet haben und wahnsinnig stolz auf das Programm waren. Wir hätten dies so gerne am 4. Juni mit euch geteilt, mit euch zusammen dazu getanzt und gefeiert. Und es wäre so schön gewesen: Augen zu, Musik an – und 15.000 Leute rasten aus. Die Zeit wäre still, der Campus Kopf gestanden. Stattdessen bleibt er am 4. Juni, wie generell im Sommersemester, weitestgehend leblos. Wir sind aber auch erleichtert über diesen Entschluss vom 15. April. Erleichtert, weil nun durch den Beschluss Planungssicherheit herrscht und wir nicht gezwungen sind, an etwas weiterzuarbeiten, von dem in den letzten Wochen immer ersichtlicher wurde, dass es nicht stattfinden kann.

Diese Entscheidung ist zwar alles andere als leicht, aber vor allen Dingen ist sie richtig – aus Verantwortung gegenüber euch, den mitwirkenden Künstler*innen und Dienstleistern sowie der Gesellschaft im Allgemeinen. Zum einen, weil tausende von Menschen dicht gedrängt auf einer Großveranstaltung ein hohes Infektionsrisiko bedeuten. Zum anderen, weil so ein Festival viele Helfer*innen aus Sanitäter*innen, Polizei, Feuerwehr und der öffentlichen Hand bindet, die ganz sicher aktuell woanders dringender benötigt werden.

Wir sehnen uns alle gerade nach ein bisschen Normalität, eine Normalität, deren fester Bestandteil das AStA-Sommerfestival ist. Wir müssen aber leider auch konstatieren, dass die Corona-Pandemie nicht nur dem AStA-Sommerfestival 2020 einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, sondern eine Gefahr für das Festival und seine Zukunft insgesamt darstellt.

Auf den ersten Blick mag es vielleicht aus eurer Perspektive so einfach aussehen: Das Festival fällt aus und wir erstatten euch die bereits gekauften Tickets zurück. Sobald COVID-19 keine allzu große Gefahr mehr darstellt machen wir dann einfach ganz normal weiter. Das Thema ist aber weitaus komplexer.

Das AStA-Sommerfestival war nie ein gewinnorientiertes Projekt, sondern ein Angebot von Studierenden für Studierende. Trotz des gegenläufigen Trends im Festivalmarkt haben wir alle Preise immer studierendenfreundlich gehalten. Das war das grundlegende Prinzip des Festivals. Leider auch ein Prinzip, das Rücklagen nur schwer möglich machte, auch weil die wenigen Gewinne immer in die Arbeit des AStAs und in Projekte für Studierende geflossen sind. Denn auch dafür haben wir das Festival gemacht.

Das betrifft aber nicht nur uns und die Existenz eures Festivals, sondern auch die von etlichen beteiligten Dienstleistern, Künstler*innen, Agenturen und unendlich vielen Solo-Selbständigen: Von heute auf morgen sind deren Umsätze im Tiefflug auf teilweise Null Euro gesunken. Beteiligte, die das Gelingen einer sehr komplexen Großveranstaltung in den letzten Jahren überhaupt erst möglich gemacht haben, stehen nun vor dem Aus.

Und so kurz vor dem Festival sind logischerweise auch schon viele Kosten entstanden: Etliche Tage und Wochen der Planung haben wir investiert, Hotels, Busse, Crews, Bühnen und Material sind gebucht, Werbung ist geschaltet worden.

Alles Kosten, die jetzt aufgrund der Absage bei jedem einzelnen Beteiligten auflaufen. Denn die Gesetzgebung spricht hier von einem Fall von „höherer Gewalt“. Das heißt, jede beteiligte Partei bleibt auf ihren entstandenen Kosten sitzen. Was das für unser AStA-Sommerfestival, aber auch für alle Partner*innen und Künstler*innen bedeutet, die ohnehin im schlimmsten Falle dieses Jahr überhaupt keine Umsätze mehr machen können, dürfte klar sein: Die Lage ist schlimm.

Vorab und ganz wichtig: Jede*r von euch hat nun das Recht, sein/ ihr Ticket zurückerstatten zu lassen. Punkt. Das ist so. Und das ist auch gut so. Denn viele von euch benötigen das Geld auch dringend. Auch wenn es nur 17 oder 22 Euro sind, gerade wir Studierenden sind in der Corona-Krise finanziell betroffen und kratzen jeden noch so kleinen Betrag zusammen, den wir finden können. Aber: Wir appellieren auch an die Solidarität derer unter euch, die es sich erlauben können, auf diesen Betrag zu verzichten.

Daher unsere große Bitte: Solltet ihr Karten gekauft haben und sollte es für euch finanziell machbar sein, bitte verzichtet darauf, das Geld dafür zurückzufordern. Damit unterstützt ihr nicht nur das AStA-Sommerfestival, sondern alle, die uns sonst auch abseits des Festivals regelmäßig mit ihrem Einsatz schöne Abende bescheren – hinter und auf der Bühne.

Keiner weiß, wie lange Theater und Clubs geschlossen bleiben werden. Künstler*innen, Dienstleister und Veranstalter stehen teilweise vor einer monatelangen, existenzgefährdenden Durststrecke. Auf die Rückzahlung eurer Tickets zu verzichten ist eine unkomplizierte Möglichkeit, bei der Überbrückung dieser Durststrecke zu helfen und darüber hinaus auch, um dem AStA-Sommerfestival eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Lange haben wir überlegt, wie wir unseren Dank für eure Solidarität zumindest symbolisch auch würdigen können. Da wäre zunächst natürlich das Wichtigste: Wir hoffen dank eurer Hilfe auch in 2021 ein AStA-Sommerfestival auf die Beine stellen zu können. Darüber hinaus wird unser Dank an alle Retter*innen sichtbar werden: Jede*r Retter*in wird namentlich auf den großen Stoffflächen links und rechts der Hauptbühne auf dem AStA-Sommerfestival 2021 genannt. Auf der Homepage www.das-sommerfestival.de installieren wir ebenso eine Wall of Fame, auf der auch jede*r Retter*in aufgeführt wird. Darüber hinaus erhalten die ersten 500 von euch, die ihr Ticket spenden, eines von 500 Goodie-Bags, die wir euch, soweit es logistisch umsetzbar ist, an die Haustür hängen werden. Dazu spendet unsere ausführende Agentur Vibra Agency noch etliche Tickets für Konzerte, die nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen stattfinden werden. Mit Unterstützung unseres Partners Red Bull verlosen wir auch eine WG-Party mit free Drinks, DJ, Cocktailmixer und allem Schnipp & Schnapp. Natürlich wird die auch erst dann stattfinden, wenn das wieder unbedenklich ist. Dafür dann umso ekstatischer!

Viele weitere, fette Preise wandern ebenso in den Retter*innen-Topf!

Natürlich kommt keine Wertschätzung, kein Geschenk und keine Danksagung an das gemeinsame Erlebnis AStA-Sommerfestival heran, aber durch die Solidarität heute können wir dieses gemeinsame Erlebnis für die Zukunft retten.

Uns ist bewusst, um wie viel wir euch bitten. Wir würden nicht danach fragen, wenn wir nicht wüssten, dass es für das Überleben des AStA-Sommerfestivals und die vielen anderen tollen Menschen dahinter absolut notwendig ist.

Genug der vielen Worte! Zu den Fakten:

  • Ihr könnt euch vorstellen, euer Ticket zu spenden? Auf der Festival-Homepage steht hierzu ein Upload-Tool bis zum 04.06.2020 zur Verfügung. Einfach Ticket fotografieren und hochladen! Von allen bis zum 04.06. nicht hochgeladenen Tickets gehen wir davon aus, dass ihr sie zurückerstattet haben möchtet.
  • Ihr möchtet das Geld für eure Tickets zurückerstattet bekommen? Ihr könnt es selbstverständlich dort umtauschen, wo ihr es auch gekauft habt. Für diejenigen, die ihr Ticket beim AStA-VVK in der Uni gekauft haben: Bitte habt etwas Geduld. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen können wir einen Umtausch erst dann vornehmen, wenn diese aufgehoben sind.
  • Ihr möchtet, dass euer Ticket für nächstes Jahr gültig ist? Das geht leider nicht. Zumal wir heute auch noch gar nicht genau wissen, ob und wann es nächstes Jahr zu einem AStA-Sommerfestival kommen wird. Nähere Infos zu diesem komplexen Sachverhalt auf unserer Festival-Homepage.

Ausführlichere Infos und Antworten auf eure Fragen könnt ihr unter www.das-sommerfestival.de/corona und unter diesem Beitrag einsehen.

Auch wenn ihr es mittlerweile langsam nicht mehr hören könnt:

Stay home, stay safe!

Wir denken dieser Tage mehr denn je an euch und hoffen, dass wir bald wieder gemeinsam feiern können! DANKE!

Euer AStA-Sommerfestival-Team

 

Hier die wichtigsten Fragen im Überblick:

Wie kann ich bei der Solidaritätsaktion mitmachen?

Folgt hierzu einfach den Anweisungen im Upload-Tool. Bitte beachtet: Um euch das Goodie-Bag an die Haustür hängen zu können, brauchen wir die Adresse, unter der ihr derzeit zu erreichen seid. Wir gehen mit euren Daten selbstverständlich gemäß der geltenden DSGVO höchst sorgfältig um und vernichten diese nach Ablauf der Solidaritätsaktion. Habt bitte auch Verständnis, dass wir euer Geschenk auch nur an die Tür hängen können, wenn sich der Aufwand hierfür logistisch im vertretbaren Rahmen hält (also Paderborn und Umgebung). Wenn ihr eure Adresse nicht preisgeben möchtet oder euch in der nächsten Zeit nicht im Kreis Paderborn aufhaltet, dann verfällt Euer Anspruch selbstverständlich nicht. Wir kümmern uns dann um die Zwischenlagerung und wir klären die Übergabe zu einem späteren Zeitpunkt. Auf das Sidewing-Banner kommt ihr aber allemal, wenn ihr die Option ankreuzt.

Ich bin jung und brauche das Geld. Wie kann ich mein Ticket umtauschen?

Nach geltendem Recht gilt euer Anspruch auf Rückerstattung für genau ein Jahr. Stand jetzt müssen wir den Umtausch auf dem gleichen Wege regeln, der auch beim Kauf gewählt wurde. Ein offline erstandenes Ticket wird also offline umgetauscht. Da sich die Universität derzeit im Kernbetrieb befindet und die vom AStA verwalteten Flächen nur stark eingeschränkt geöffnet sind, sind wir hier leider gezwungen, an eure Geduld zu appellieren. Wir arbeiten hier derzeit an Lösungen, müssen aber auch konstatieren, dass diese sowohl aus gesundheitlicher als auch juristischer Perspektive nicht einfach so aus dem Boden gestampft werden können.

Kann ich mein Ticket nicht einfach behalten und es bleibt im nächsten Jahr gültig?

Eine ziemlich komplexe Frage. Bei Konzerten ist so etwas problemlos möglich, weil das Produkt ein anderes ist. Schließlich handelt es sich beim Konzert um einen gleichbleibenden Main-Act mit evtl. variierenden Pre-Acts. Bei einem Festival sind aber viel mehr Künstler*innen involviert. Da sich ein Festival aus weitaus mehr Variablen zusammensetzt, sind die möglichen bürokratischen Konsequenzen ziemlich komplex. Aufgrund der finanziellen Problematik ist es uns lieber, jetzt einen Clean Cut zu machen. Dies tun wir zu unserem und eurem Schutz, weil wir so alle Gewissheit haben und wissen, worauf wir uns einlassen. Daher erklären wir die 2020er Tickets für ein potentielles AStA-Sommerfestival 2021 als ungültig. Darüber hinaus steht ja leider auch im Raum, ob und wie ein AStA-Sommerfestival 2021 stattfinden kann.

Was passiert mit dem diesjährigen Lineup? Verratet ihr uns den Headliner und die restlichen Bands noch?

Wir arbeiten gerade daran, das diesjährige Line-Up vertraglich auch für 2021 zu sichern. Solange wir hier keine Gewissheit haben, werden wir uns nicht zu dieser Frage äußern. Sollten aber Künstler*innen nicht für ein potentielles AStA-Sommerfestival 2021 zu gewinnen sein, dann werdet ihr dies nicht erfahren. Mit Äußerungen wie „Wolfgang Petry wäre 2020 Headliner gewesen“ ist unserer Ansicht nach nie etwas zu gewinnen, sondern nur zu verlieren. Wir tun dies zum Schutz der noch nicht bekanntgegebenen Künstler*innen, falls diese sich jetzt noch nicht für die Festival-Saison 2021 binden wollen. All diese Planungen laufen natürlich unter der Prämisse, dass ein AStA-Sommerfestival 2021 sowohl aus gesundheitspolitischer als auch finanzieller Perspektive möglich und unbedenklich sein wird.