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9.06.12 14:51 Alter: 347 days
Kategorie: Allgemein

Von: Jannica Budde

BILD – nein danke!

Eine Absage an die BILD-Zeitung


Am 23. Juni 1952 erblickte sie das Licht der Welt: die BILD-„Zeitung“. Seitdem hat sie zahlreiche Skandale, Gerichtsprozesse und Rügen des deutschen Presserates über sich ergehen lassen. Zum 60 jährigen Geburtstag der Zeitung will der Axel-Springer-Verlag nun am 23. Juni 2012 unter dem Motto „Bild für Alle“ an jeden deutschen Haushalt eine Gratis-BILD verteilen. Doch viele Menschen wollen die BILD nicht einmal geschenkt. Die Initiativen „Alle gegen BILD“ und „Campact – Demokratie in Aktion“ bieten daher die Möglichkeit, der Zustellung einfach und rechtswirksam zu widersprechen.

Die BILD steht seit vielen Jahren in der Kritik: der „freie“ Umgang mit den Presseregeln und des guten Anstands, etwa bei der Berichterstattung über Straftaten oder Unglücken, die sexistische und chauvinistische Darstellung von Frauen, der mehr als latente Fremdenhass oder das systematische Ausspielen von verschiedenen Bevölkerungsgruppen – nichts scheint dem Verlag heilig zu sein, um die Verkaufszahlen und Werbeeinahmen zu steigern. Dabei behauptet die BILD von sich, die Meinung der (meisten) Deutschen auch noch zu vertreten. „BILD spricht nicht, wie manche meinen, einer breiten Bevölkerung nach dem Munde, sondern trichtert ihr ihre eigenen Standpunkte und Sichtweisen mit sensationslüsternen Überschriften ein, “ so Nadja Ratkow von der Anti-BILD-Initiative.

Auf den Webseiten www.alle-gegen-bild.de und www.campact.de kann über ein Online-Formular der BILD eine Absage erteilt werden. Allerdings muss hierfür die eigene Adresse angegeben werden, damit die BILD im Juni auch wirklich nicht den Weg in den eigenen Briefkasten findet. Zum Schutz der persönlichen Daten haben die Initiativen in ihrem Formschreiben eine ausdrückliche Klausel eingebaut, die es dem Springer-Konzern untersagt, die in dem Widerspruchs-Formular angegeben Daten für andere Zwecke zu gebrauchen.

Die Aktivisten machen zudem auf ihrer Webseite auf Paragraph 6 Absatz 1 des Bundesdatenschutzgesetztes aufmerksam. So hat jeder Bürger und jede Bürgerin der Bundesrepublik das Recht bei privaten und öffentlichen Einrichtungen eine Auskunft über die über ihn oder sie gespeicherten persönlichen Daten einzufordern und gegebenenfalls die Löschung beziehungsweise Sperrung dieser Daten zu verlangen.

Natürlich kann die unerwünschte „Zeitung“ auch sofort in die Papiertonne wandern und auch ein deutlicher Aufkleber am Briefkasten, der den Einwurf von Gratiszeitungen untersagt, ist eine Lösung. Doch nach der offiziellen Stellungnahme der Initiative „Alle gegen Bild“ kann der schriftliche, gemeinschaftliche Widerspruch eine viel größere Wirkung entfalten: „Jede Absage wird den logistischen Aufwand für Springer erhöhen sowie die geplante Auflage senken.“ 

BILD beziehungsweise der Axel-Springer-Verlag haben zugesagt, die eingegangenen Widersprüche zu beachten. Bisher haben rund 200.000 (Stand 21. April) Menschen die beiden Webseiten genutzt, um am 23. Juni keine BILD im Briefkasten finden zu müssen.

Mehr Informationen zu der Aktion findet ihr auf www.alle-gegen-bild.de und www.campact.de. Auf dem Bildblog, einer Webseite, die sich kritisch mit Artikel der BILD und anderen Medien auseinandersetzt, könnt ihr unter www.bildblog.de/ruegen.php die Rügen des deutschen Presserates an die BILD nachlesen.