Festival Contre Le Racisme
Programm 2011
Vortrag zum Thema Antiziganismus

Mo, 06. Juni, 18 Uhr, Hörsaal H2
Vortrag und Diskussion über die Abschiebungen von Roma in den Kosovo sowie über Geschichte und Aktualität des Antiziganismus in Deutschland:
Antiziganismus (frz. tsigane = „Zigeuner“ und -ismus) ist die feindliche Haltung gegenüber den "Zigeunern", die von inneren Vorbehalten über offene Ablehnung, Ausgrenzung und Vertreibung bis zu Tötung und massenhafter Vernichtung von Sinti und Roma reicht. Diese Haltung zeigt sich ebenso in der Diskriminierung und Dämonisierung der Minderheit wie in der Verklärung des "lustigen Zigeunerlebens". Im Unterschied zum Antisemitismus ist der Antiziganismus bis heute in allen Schichten gesellschaftsfähig.
Tobias von Borcke ist Soziologe, studiert derzeit in Berlin Geschichte und ist in der historisch-politischen Bildungsarbeit tätig. Seine Beschäftigung mit dem Thema Antiziganismus findet in erster Linie im Kontext des Forum Antiziganismuskritik statt; dabei handelt es sich um einen offenen Arbeitskreis, in dem sich Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Zugängen der Analyse und Kritik des Themas widmen.
Doku "Im Schatten des Bösen-Der Krieg gegen die Frauen im Kongo" von Susanne Babila.

Di, 07. Juni, 20 Uhr, Hörsaal H2
Das Krankenhaus Panzi liegt in Bukavu, der Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu. Dort werden schwer verletzte und traumatisierte Frauen und Mädchen behandelt. Sie sind Opfer grausamer Vergewaltigungen geworden. Denn im Nordosten des Kongo herrscht noch immer Krieg. Milizen marodieren durch die unzugänglichen Wälder. Sie töten, plündern, brandschatzen. Frauen und Kinder werden systematisch vergewaltigt und misshandelt. Susanne Babila, Kameramann Jürgen Killenberger und Tontechniker Felix Hugenschmidt haben einige Frauen vier Wochen begleitet und sind Zeugen unvorstellbarer Menschenrechtsverbrechen geworden.
Vortrag zum Thema "Frontex. Illegale Morde"

Mi, 08. Juni, 18 Uhr, Hörsaal H2
Die EU-Agentur Frontex wurde als spezielle und unabhängige Einrichtung gegründet, die die operative Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten im Bereich der Grenzsicherung koordinieren soll.
De facto aber dient sie der Schaffung eines gesamteuropäischen Grenzregimes, welches "seine" BürgerInnen und "sein" Territorium auch geographisch absteckt und absichert. Absichern bedeutet in diesem Falle, Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken und sie mittels nationaler Kategorien mit unterschiedlichen Privilegien zu versehen. Es bedeutet, Menschen ein Leben frei von Hunger und Perspektivlosigkeit zu verwehren und es ermöglicht den Nationen der EU, weiterhin von der massiven materiellen Umverteilung vom globalen Süden hin zum globalen Norden zu profitieren, während sie dabei die betroffenen Menschen aktiv ausgrenzen und "draußen halten".
In diesem Vortrag soll ein erster Einblick in die Organisations- und Vorgehensweise von Frontex ermöglicht werden, um die Handlungsbereiche dieser Agentur darzustellen. Diese Entwicklung soll kritisch bewertet und mit Hilfe sicherheitspolitischer Theorien kontextualisiert werden, so dass eine Einordnung in gesamtgesellschaftliche Entwicklungen möglich wird. Anhand von konkreten Beispielen soll anschließend eine Diskussion zur aktuellen Lage im Mittelmeerraum und im Umgang mit Flüchtlingen folgen.
StuPa